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Texas Holdem

 

Texas Holdem ist die mit Abstand beliebteste Poker-Variante heutzutage. Das ist insofern bemerkenswert, als dass Poker bereits auf eine fast 200-jährige Geschichte zurückblicken kann, Texas Holdem jedoch erst seit etwa 1925 gespielt wird.

 

Viele Jahre lang wurde No Limit Texas Holdem beinahe ausschließlich von einem kleinen Kreis texanischer "Road gambler” gespielt, wie zum Beispiel Crandell Addington, Thomas "Amarillo Slim” Preston und Doyle "Texas Dolly” Brunson. Dieser Kreis war es auch, der das Spiel schließlich nach Las Vegas einführte.

 

Seit 1970 wird der (inoffizielle) Weltmeister des Poker in einem No Limit Texas Holdem Turnier während der "World Series Of Poker” ermittelt. Startgeld: 10.000 $. In den ersten drei Jahren waren die Teilnehmerzahlen noch übersichtlich: 7, 6 und 8. In den letzten drei Jahren nahmen an diesem Turnier 2576, 5619 sowie 8773 Spieler teil. Der diesjährige Gewinner Jamie Gold konnte die unglaubliche Summe von 12 Millionen US-Dollar kassieren.

No Limit Texas Holdem wird oft bezeichnet als "The Cadillac of Poker” - die Königsdisziplin.

Grundlagen

Texas Holdem wird mit dem Standard 52er Blatt gespielt und ist eine Pokervariante mit Gemeinschaftskarten. Die Spieler müssen die beste Fünf-Karten-Kombination aus zwei individuellen Karten sowie fünf Gemeinschaftskarten bilden, um beim Showdown siegreich zu sein. Ein Spiel, oder auch: eine Hand, kann bis zu vier Setzrunden haben.

 

Texas Holdem kann man zu zweit spielen ("Heads Up”) oder mit bis zu zehn Spielern an einem Tisch ("Ring Game”). Es gibt auch Tische die auf maximal fünf oder sechs Spieler begrenzt sind ("Short Handed Game”).

 

Das Spiel kann mit verschiedenen Setzstrukturen gespielt werden: Limit Holdem, Pot Limit Holdem oder No Limit Holdem. Für nähere Informationen über die Pot Limit Setzstruktur sehen Sie bitte die Omaha Regeln. Für No Limit gilt eine simple Regel: Jeder Spieler kann in jeder Hand jederzeit alles setzen, was er am Tisch hat. Die Erklärungen im folgenden Abschnitt beziehen sich alle auf Limit Holdem.

Der Button und die Blinds

Beim Texas Holdem, wie auch beim Omaha, müssen zwei Spieler einen Grundeinsatz, die sogenannten blinds bringen, bevor die Karten ausgeteilt werden. Das sind die beiden Spieler, welche links vom Dealer sitzen. Der erste Spieler links vom Dealer muss einen kleinen Einsatz bringen ("small blind”), der Spieler links daneben einen großen Einsatz ("big blind”).

 

Damit niemand benachteiligt wird, wandert die Position des Dealers nach jedem Spiel um einen Platz nach links.

 

Normalerweise, außer in privaten Pokerrunden, gibt es entweder einen ständigen Dealer (im Casino) oder gar keinen realen, menschlichen Dealer (beim Poker online). Um also die Position des Dealers zu markieren, wird ein sogenannter "Button” oder "Dealerbutton” verwendet, eine kreisrunde Scheibe, auf der meistens "Button” aufgedruckt ist.

Setzen und Erhöhen beim Limit Holdem

Beim Limit Holdem, wie bei Limit Poker im allgemeinen, müssen alle Gebote einem vorbestimmten Muster folgen.

 

In einem 1€/2€ Limit Holdem Spiel zum Beispiel ist das große Gebot ("big bet”) 2€ und das kleine Gebot ("small bet”) 1€. Der Betrag, den der Spieler im Big Blind bringen muss, entspricht immer einem Small Bet. Der Small Blind ist normalerweise 50% des Big Blinds, also 0.50€ in einem 1€/2€ Spiel. Manchmal beträgt der Small Blind auch ein Drittel oder zwei Drittel des Big Blinds, z.B. 1€ oder 2€ in einem 3€/6€ Spiel.

 

Während der ersten beiden Setzrunden (vor dem Flop und am Flop) beträgt der vorgeschriebene Betrag, der gesetzt bzw. um den erhöht werden kann, genau ein Small Bet. Bei den anschließenden Setzrunden (am Turn und am River) beträgt jener Betrag genau ein Big Bet.

 

Pro Setzrunde darf maximal viermal erhöht werden. Danach sind keine weiteren Erhöhungen mehr möglich.

Das Mischen und Austeilen der Karten

Nachdem der Dealer die Karten gemischt hat fängt er bei dem Spieler mit dem Small Blind an und teilt jedem Spieler der Reihe nach eine verdeckte Karte aus. Ist die Runde komplett, wiederholt er das ganze noch einmal. Jeder Spieler erhält also zwei verdeckte Karten, die sogenannten "Pocket Karten” oder "Hole Karten”.

Vor dem Flop (erste Setzrunde)

Die erste Setzrunde findet statt nachdem die Pocket Karten ausgeteilt wurden. Der erste Spieler, der eine Entscheidung zu treffen hat, ist der Spieler links vom Big Blind. Er hat drei Möglichkeiten: aufgeben ("fold”), das Gebot des Big Blinds mitgehen ("call”) oder erhöhen, also das Gebot des Big Blinds verdoppeln ("raise”).

 

Die weiteren Spieler haben im Grunde die selben Optionen, es sei denn, es wurde bereits mindestens einmal erhöht. In diesem Fall ist der Betrag zum Mitgehen ("call”) oder nochmaligen Erhöhen ("reraise”) entsprechend höher. Wenn niemand erhöht hat, ist der Spieler im Big Blind als Letzter an der Reihe. Er hat dann nur zwei Optionen: Nicht erhöhen ("check”) oder erhöhen ("raise”). Im Falle einer Erhörung dauert die Setzrunde bis alle Gebote ausgeglichen sind.

 

Sollte zu einem Zeitpunkt nur noch ein Spieler übrig sein, weil alle anderen bereits aufgegeben haben, so gewinnt dieser Spieler den Pott, ohne seine Hand zeigen zu müssen und das nächste Spiel fängt an. Sollten noch mindestens zwei Spieler nach der ersten Setzrunde übrig sein, wird der "Flop” ausgeteilt.

Der Flop (zweite Setzrunde)

Der Dealer legt jetzt drei Karten offen auf den Tisch. Diese drei Karten nennt man "Flop”. Es sind die ersten drei von insgesamt fünf Gemeinschaftskarten, welche alle Spieler in Kombination mit ihren Pocket Karten für die beste Fünf-Karten-Hand benutzen können.

 

Nachdem der Flop ausgeteilt worden ist, beginnt die zweite Setzrunde. Der erste verbliebene Spieler links vom Button muss als Erster agieren. Er kann entweder checken oder einen Small Bet setzen (z.B. 1€ in einem 1€/2€ Spiel). Solange niemand gesetzt hat, haben die folgenden Spieler dieselben Optionen. Wurde bereits gesetzt, hat der Spieler am Zug drei Möglichkeiten: aufgeben, mitgehen oder erhöhen (die erste Erhöhung in einem 1€/2€ Spiel wäre auf 2€, die nächste auf 3€ usw.).

 

Diese Setzrunde folgt im Übrigen den gleichen Regeln wie die erste Setzrunde. Sollten anschließend zwei oder mehr Spieler verblieben sein, wird der Turn ausgeteilt.

Der Turn (dritte Setzrunde)

Der Dealer legt jetzt eine vierte offene Karte auf den Tisch. Diese vierte Karte nennt man "Turn”.

 

Anschließend beginnen die verbliebenen Spieler die dritte Setzrunde dieses Spiels. Ab jetzt ist das vorgeschriebene Gebot nicht mehr ein Small Bet, sondern ein Big Bet. In einem 1€/2€ Spiel zum Beispiel muss jetzt 2€ gesetzt werden, die erste Erhöhung wäre auf 4€, die zweite Erhöhung auf 6€ usw.

 

Abgesehen davon gelten die gleichen Regeln wie bei den vorangegangenen Setzrunden. Sind zwei oder mehr Spieler übrig, wird der River ausgeteilt.

Der River (vierte Setzrunde)

Der Dealer legt jetzt eine fünfte offene Karte auf den Tisch. Diese fünfte Karte nennt man "River”. Es ist die letzte der Gemeinschaftskarten. Die fünf Gemeinschaftskarten werden als "Board” bezeichnet.

 

Damit kann nun jeder der verbliebenen Spieler endgültig seine stärkste mögliche Fünf-Karten-Hand bilden. Dazu kann er beliebig viele der fünf Gemeinschaftskarten mit der entsprechenden Anzahl seiner Pocket-Karten (0, 1 oder 2) verknüpfen.

 

Nun, da alle Karten auf dem Tisch liegen, beginnt die vierte und letzte Setzrunde. Sie folgt den gleichen Regeln wie schon die dritte Runde.

Der Showdown

Sind nach der letzten Setzrunde noch zwei oder mehr Spieler übrig, kommt es zum Showdown. Derjenige Spieler, welcher als letzter gesetzt oder erhöht hatte, muss seine Pocket Karten als erster offen legen. Im Uhrzeigersinn zeigen dann die restlichen Spieler ihre Pocket Karten, allerdings müssen sie das nur, wenn sie die bereits gezeigten Hände schlagen können.

 

Wer die beste Fünf-Karten-Hand zeigt, gewinnt den Pott. In dem seltenen Fall, dass zwei oder mehr Spieler die gleiche, beste Hand zeigen, wird der Pott zwischen ihnen geteilt.

 

 
 

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