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Omaha

Omaha Holdem (oder einfach: Omaha) ist eines der jüngsten Mitglieder der Poker-Familie. Erst innerhalb der letzten 20 bis 25 Jahre wurde es langsam immer populärer.

Man kann Omaha in zwei Versionen spielen: Omaha High oder Omaha Hi Lo. Beim Omaha Hi Lo gewinnt die beste Low Hand den halben Pott. Die populärste Setzstruktur für Omaha High ist Pot Limit. Omaha Hi Lo wird oft auch mit Limit oder No Limit Setzstruktur gespielt.

Omaha ist mit Texas Holdem verwandt. Beide Varianten haben Gemeinschaftskarten, d.h. einen Flop, einen Turn und einen River.

Aber es gibt auch zwei große Unterschiede zwischen Holdem und Omaha. Erstens bekommt beim Omaha jeder Spieler vier Pocket Karten statt nur zwei. Zweitens müssen die Spieler beim Omaha GENAU zwei Ihrer Pocket Karten mit GENAU drei der Gemeinschaftskarten kombinieren. Die folgenden Ausführungen gelten für Omaha High und für Omaha Hi Lo gleichermaßen. Einzige Ausnahme: der Showdown (siehe unten).

Grundlagen

Omaha wird mit dem Standard 52er Blatt gespielt und ist eine Pokervariante mit Gemeinschaftskarten. Die Spieler müssen die beste Fünf-Karten-Kombination aus zwei ihrer vier individuellen Karten sowie drei der fünf Gemeinschaftskarten bilden, um beim Showdown siegreich zu sein.

Ein Spiel, oder auch: eine Hand, kann bis zu vier Setzrunden haben.

Omaha kann man zu zweit spielen ("Heads Up") oder mit bis zu zehn Spielern an einem Tisch ("Ring Game"). Es gibt auch Tische die auf maximal fünf oder sechs Spieler begrenzt sind ("Short Handed Game").

Das Spiel kann mit drei verschiedenen Setzstrukturen gespielt werden: Limit Omaha, Pot Limit Omaha oder No Limit Omaha. Für nähere Informationen über die Limit Setzstruktur sehen Sie bitte die Texas Holdem Regeln. Für No Limit gilt eine simple Regel: Jeder Spieler kann in jeder Hand jederzeit alles setzen, was er am Tisch hat.

Die Erklärungen im folgenden Abschnitt beziehen sich alle auf Pot Limit, die gängigste Setzstruktur beim Omaha.

Der Button und die Blinds

Beim Omaha, wie auch beim Texas Holdem, müssen zwei Spieler einen Grundeinsatz, die sogenannten Blinds bringen, bevor die Karten ausgeteilt werden. Das sind die beiden Spieler, welche links vom Dealer sitzen. Der erste Spieler links vom Dealer muß einen kleinen Blind bringen ("small blind"), der Spieler links daneben einen großen Blind ("big blind").

Damit niemand benachteiligt wird, wandert die Position des Dealers nach jedem Spiel um einen Platz nach links.

Normalerweise, außer in privaten Pokerrunden, gibt es entweder einen ständigen Dealer (im Casino) oder gar keinen realen, menschlichen Dealer (beim Poker online). Um also die Position des Dealers zu markieren, wird ein sogenannter "Button" oder "Dealerbutton" verwendet, eine kreisrunde Scheibe, auf der meistens "Button" aufgedruckt ist.

Setzen und Erhöhen in Pot Limit Partien

In Pot Limit und No Limit Partien, anders als beim Limit Poker, gibt es keinen kleinen oder großen Einsatz (small bet, big bet). In einem 1€/2€ Pot Limit Spiel ist der Big Blind 2€ und der Small Blind 1€. Der Minimaleinsatz in jeder Runde entspricht beim Pot Limit wie beim No Limit immer dem Big Blind.

Eine Erhöhung beim Limit Poker ist immer eine Erhöhung auf einen durch die Situation bestimmten Betrag. Beim No Limit kann ein Spieler die Höhe der Erhöhung selbst bestimmen, innerhalb des Rahmens der Minimalerhöhung und des Geldes, welches er am Tisch hat.

Wie siehts nun bei Pot Limit Partien aus? Die Minimalerhöhung ist eine Verdoppelung des Big Blinds, ganz wie beim Limit Poker. Zur Erklärung wie die Maximalerhöhung berechnet wird, folgendes Beispiel:

Eine 1€/2€ Pot Limit Partie, bestehend aus drei Spielern. Der erste Spieler möchte um den Maximalbetrag erhöhen. 3€ sind bereits im Pott, nämlich der Small Blind und der Big Blind. Mitgehen (oder: callen) kostet 2€. Damit sind 5€ im Pott. Eine Erhöhung beim Pot Limit ist auf die Höhe des Pottes begrenzt, also 5€. Das heißt also, der erste Spieler kann um 5€ auf 7€ erhöhen. Angenommen der nächste Spieler, der Small Blind, möchte nun ebenfalls maximal erhöhen. Es sind 10€ im Pott, er muss 6€ callen und kann dann um 16€ erhöhen, also auf 22€ insgesamt. Der Spieler am Big Blind könnte dann entsprechend auf 72€ erhöhen.

Anders als beim Limit Poker gibt es bei Pot Limit und No Limit Partien keine maximale Anzahl von Erhöhungen pro Runde.

Das Mischen und Austeilen der Karten

Nachdem der Dealer die Karten gemischt hat fängt er bei dem Spieler am Small Blind an und teilt jedem Spieler der Reihe nach eine verdeckte Karte aus. Ist die Runde komplett, wiederholt er das ganze noch drei weitere Mal. Jeder Spieler erhält also vier verdeckte Karten, die sogenannten "Pocket Karten" oder "Hole Karten".

Vor dem Flop (erste Setzrunde)

Die erste Setzrunde findet statt nachdem die Pocket Karten ausgeteilt wurden. Der erste Spieler, der eine Entscheidung zu treffen hat, ist der Spieler links vom Big Blind. Er hat drei Möglichkeiten: aufgeben ("fold"), das Gebot des Big Blinds mitgehen ("call") oder gemäß den im Abschnitt "Setzen und Erhöhen in Pot Limit Partien" beschriebenen Regeln erhöhen ("raise").

Die weiteren Spieler haben im Grunde die selben Optionen, es sei denn, es wurde bereits mindestens einmal erhöht. In diesem Fall ist der Betrag zum Mitgehen ("call") oder nochmaligen Erhöhen ("reraise") entsprechend höher. Wenn niemand erhöht hat, ist der Spieler im Big Blind als Letzter an der Reihe. Er hat dann nur zwei Optionen: Nicht erhöhen ("check") oder erhöhen ("raise"). Im Falle einer Erhörung dauert die Setzrunde bis alle Gebote ausgeglichen sind.

Sollte zu einem Zeitpunkt nur noch ein Spieler übrig sein, weil alle anderen bereits aufgegeben haben, so gewinnt dieser Spieler den Pott, ohne seine Hand zeigen zu müssen und das nächste Spiel fängt an. Sollten noch mindestens zwei Spieler nach der ersten Setzrunde übrig sein, wird der "Flop" ausgeteilt.

Der Flop (zweite Setzrunde)

Der Dealer legt jetzt drei Karten offen auf den Tisch. Diese drei Karten nennt man "Flop". Es sind die ersten drei von insgesamt fünf Gemeinschaftskarten, welche alle Spieler in Kombination mit ihren Pocket Karten für die beste Fünf-Karten-Hand benutzen können. Anschließend beginnt die zweite Setzrunde.

Der erste verbliebene Spieler links vom Button muss als Erster agieren. Er kann entweder checken oder setzen. Das Minimalgebot entspricht dem Big Blind, das Maximalgebot der Größe des Potts. Solange niemand gesetzt hat, haben die folgenden Spieler dieselben Optionen. Wurde bereits gesetzt, hat der Spieler am Zug drei Möglichkeiten: aufgeben, mitgehen oder innerhalb der beschriebenen Grenzen erhöhen. Diese Setzrunde folgt im Übrigen den gleichen Regeln wie die erste Setzrunde. Sollten anschließend zwei oder mehr Spieler verblieben sein, wird der Turn ausgeteilt.

Der Turn (dritte Setzrunde)

Der Dealer legt jetzt eine vierte offene Karte auf den Tisch. Diese vierte Karte nennt man "Turn".

Anschließend beginnen die verbliebenen Spieler die dritte Setzrunde dieses Spiels. Anders als beim Limit Poker unterscheidet sich die Setzrunde am Turn beim Pot Limit nicht von den vorangegangenen Runden. Sind nach dieser Setzrunde noch zwei oder mehr Spieler übrig, wird der River ausgeteilt.

Der River (vierte Setzrunde)

Der Dealer legt jetzt eine fünfte offene Karte auf den Tisch. Diese fünfte Karte nennt man "River". Es ist die letzte der Gemeinschaftskarten. Die fünf Gemeinschaftskarten werden als "Board" bezeichnet. Damit kann nun jeder der verbliebenen Spieler endgültig seine stärkste mögliche Fünf-Karten-Hand bilden. Dazu muss er exakt drei der fünf Gemeinschaftskarten mit zwei seiner Pocket-Karten verknüpfen. Nun, da alle Karten auf dem Tisch liegen, beginnt die vierte und letzte Setzrunde.

Der Showdown

Sind nach der letzten Setzrunde noch zwei oder mehr Spieler übrig, kommt es zum Showdown. Derjenige Spieler, welcher als letzter gesetzt oder erhöht hatte, muss seine Pocket Karten als erster offen legen. Im Uhrzeigersinn zeigen dann die restlichen Spieler ihre Pocket Karten, allerdings müssen sie das nur, wenn sie die bereits gezeigten Hände schlagen können.

Omaha High
Der Spieler, der die beste Fünf-Karten-Hand hat, gewinnt den Pott. Falls mehrere Spieler die gleiche, beste Hand haben, wird der Pott zwischen ihnen aufgeteilt.

Omaha Hi Lo
Der Spieler, der die beste Fünf-Karten High Hand hat, gewinnt den haslben Pott. Falls mehrere Spieler die gleiche, beste High Hand haben, wird der halbe Pott zwischen ihnen aufgeteilt.

Der Spieler, der die beste Fünf-Karten Low Hand hat, gewinnt die andere Hälfte des Pottes. Falls mehrere Spieler die gleiche, beste Low Hand haben, wird der halbe Pott zwischen ihnen aufgeteilt.

Falls der Spieler mit der besten High Hand gleichzeitig die beste Low Hand hat oder sich keine Low Hand qualifizieren konnte, gewinnt dieser Spieler den ganzen Pott ("Scoop")

 
 

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